Für jemanden in meiner Familie habe ich eine App gebaut, die aus einem Papierbogen der Kinderarztpraxis ein Tagebuch macht, das ein Jugendlicher wirklich jeden Tag führt. Als Web-App und als echte Android-App. Ohne Server, ohne dass Daten das Handy verlassen.
Ich zeige dir dieses Projekt, weil darin genau das steckt, worauf ich mich spezialisiere: mit Agentic Coding eine Idee von Anfang bis zum fertigen, installierten Produkt bringen. Und weil mir dabei wichtig war, dass die Technik dem Menschen dient und nicht umgekehrt.

Die Kinderärztin hat empfohlen, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen. Auf Papier: ein 14-Tage-Raster mit Smiley-Skala, Symbolen für die Dauer und einer nummerierten Liste möglicher Auslöser.
Du ahnst, wie das ausgeht. Der Zettel liegt nicht griffbereit, wird abends aus dem Gedächtnis nachgetragen, wenn überhaupt, und ist beim nächsten Termin kaum auszuwerten. Meine Aufgabe war also nicht „Papier digitalisieren“, sondern etwas bauen, das ein Teenager freiwillig benutzt.
Bevor ich die erste Zeile geschrieben habe, habe ich mir ein paar feste Leitplanken gesetzt. Dafür habe ich Studien zu Gesundheits-Apps für Jugendliche gelesen und mir angeschaut, wie Apple und Google heute mit solchen Oberflächen umgehen.
Gebaut habe ich das Projekt durchgängig mit Claude Code, agentisch. Meine Rolle ist dabei die, die mir liegt: Ich kläre die Anforderungen, treffe die Entscheidungen, prüfe jeden Zwischenstand und gebe die Richtung vor.
Die Web-App ist bewusst schlank geblieben. Reines HTML, CSS und JavaScript, kein Framework, kein Build. Verlauf, Auswertung und der druckbare Praxis-Bericht entstehen alle direkt im Browser.
Als klar wurde, dass es eine echte Android-App braucht, kam der Teil, der für mich Neuland war. Ich habe die komplette Android-Entwicklungsumgebung von null aufgesetzt, Java, SDK, das Zusammenspiel der Versionen, und dieselben Dateien in eine native App verpackt. Das hat gehakt, das hat gedauert … und dann baute die erste APK.
Technik soll dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Bei einem Gesundheits-Tagebuch für ein Kind heißt das vor allem: Die Daten gehören dem Kind, sonst niemandem.

Stärke auf einer Skala von 0 bis 10, Schmerzort per Antippen einer Kopf-Silhouette von vorne und von hinten, Dauer, Begleitsymptome, Auslöser. Pflicht sind nur Datum und Stärke.
Einfache Balken statt medizinischer Diagramme, eine Aussage pro Karte, Filter nach Schlaf, Stress, Schule oder Bildschirmzeit.
Ein Knopf dimmt die Oberfläche, stoppt jede Bewegung und lässt nur das Nötige stehen: eintragen, Atemübung, Vertrauensperson anrufen, Warnzeichen.
Ein wählbarer 14-Tage-Zeitraum wird als Druckseite ausgegeben, die das Raster, die Legende und die Symbole des Originalbogens nachbaut. Über den Druckdialog als PDF speicherbar.
Ein ruhig formulierter Sicherheitsbereich mit den Situationen, die ärztlich abgeklärt gehören, ohne Menü und ohne Registrierung.
Weil nichts in einer Cloud liegt, lässt sich der komplette Datensatz als JSON exportieren und wieder einlesen.
Es sind Gesundheitsdaten eines Kindes. Deshalb war von Anfang an klar: kein Server, kein Konto, kein Tracking. Jeder Eintrag bleibt im Speicher genau des Geräts, auf dem er gemacht wurde.
Die Android-App geht noch einen Schritt weiter. Sie hat nicht einmal eine Internet-Berechtigung, sie kann technisch nichts nach außen schicken, und die App-Daten sind aus den Geräte-Backups ausgenommen. In der App steht in einfachen Worten, was gespeichert wird und warum. Auch das gehört für mich dazu.
Die 0-bis-10-Skala der App ordne ich für den Praxis-Bericht sichtbar den drei Smiley-Stufen des Papierbogens zu. Beides stimmt, keiner muss sich anpassen.
Ein lokaler Testserver im Heimnetz scheiterte an der Geräteisolierung des Routers. Statt mich daran festzubeißen, habe ich mich für eine echte, installierbare App entschieden.
Ohne Paketmanager und ohne Vorerfahrung eine funktionierende Toolchain aufsetzen und die Versionsketten aus JDK, Gradle und SDK in Einklang bringen, bis die erste APK baute.
Beschriftete Zonen in einer Kopf-Silhouette, die auch ausgewählt und am Rand der Form lesbar bleiben. Das hat ein paar Runden gebraucht.
Die App ist installiert und wird geführt. Der erste ausgedruckte Bericht geht zum nächsten Termin mit.
Für mich steckt in diesem kleinen Projekt ziemlich viel davon, wie ich arbeite: